Der Geschäftsführende Vorstand mit Franz-Josef Schmidt, Dr. Norbert Lütke Entrup und Helmut Hugot (hintere Reihe v.l.) wurde einstimmig bei der Versammlung wiedergewählt. Joan Hendrik Rüschkamp (kl. Foto) Referierte über Zukunftsperspektiven für elektrisch betriebene Bürgerbusse: referierte über Zukunftsperspektiven für elektrisch betriebene Bürgerbusse.                                                                                                                           Fotos: Bürgerbusverein

 

LÜDINGHAUSEN. Der Bürgerbusverein Lüdinghausen setzt mittel- bis langfristig auf den Einsatz eines elektrisch betriebenen Bürgerbusses. Und Joan Hendrik Rüschkamp bestärkte den Verein jetzt während der Mitgliederversammlung in dem Bemühen.

Zwar könnten nicht alle Probleme, die sich heute noch stellten, auf einen Schlag gelöst werden, betonte der Lüdinghauser Unternehmer in seinem Vortrag „Stand der Technik, Entwicklung und Perspektiven der Elektromobilität“. „Doch vielleicht ist schon in zwei Jahren der Umstieg auf einen als Projekt betriebenen Elektro-Bürgerbus möglich“, machte Rüschkamp, der sich als „Autohändler mit Strom im Blut“ sieht, den rund 40 Vereinsmitgliedern Hoffnung. „Mehr Leistung, kürzere Ladezeiten, steigende Temperaturunabhängigkeit und sinkende Preise“ ist nach seinen Worten eine Tendenz, die sich klar abzeichnet. Deshalb schätzt er die kommende Nachfrage nach Elektro-Bürgerbussen in Deutschland als „immens hoch“ ein.

Vorsitzender Dr. Norbert Lütke Entrup wies in seinem Jahresbericht auf die 8176 Fahrgäste des Jahres 2016 hin: „Diese Zahl ist ein guter Hinweis auf die Akzeptanz des Bürgerbusses durch die Bevölkerung.“ Im Juni 2016 sei der 30.000 Fahrgast begrüßt worden. Der Anstieg von 585 zusätzlichen Fahrgästen gegenüber dem Jahr 2015 (7,19 Prozent) habe zu einer Verringerung des Restkosten-Saldos auf 3591 Euro geführt. Diese Summe trägt die Stadt Lüdinghausen über den Kostendeckungsvertrag mit der RVM. In 2014 habe diese Erstattung noch 4372 Euro betragen, verdeutlichte Lütke Entrup die positive Entwicklung.

Sorgen mache dem Verein jedoch der seit Herbst 2016 registrierte Rückgang der Fahrgastzahlen. Ursache seien einerseits die Baustellen in der Innenstadt mit Verlegung beziehungsweise Stilllegungen von Haltestellen sowie der Einsatz von Ersatzbussen während der 14-tägigen und gut 5000 Euro teuren Reparaturzeit des Bürgerbusses. Das Ersatzfahrzeug sei für viele ältere Fahrgäste wegen des erhöhten Einstiegs nur unter Mühen zu betreten.

Mit 55 Prozent war die Linie B 41 Seppenrade auch 2016 die am stärksten genutzte, gefolgt von B 44 Tüllinghof, B 42 Windmühlenberg und B 43 Klutensee-Bad. Der Bürgerbus rollte an 251 Tagen durch die Stadt, beförderte durchschnittlich 726 Fahrgäste im Monat und legte insgesamt 45.268 Kilometer zurück. 25 Frauen und Männer engagierten sich ehrenamtlich im Fahrdienst mit durchschnittlich jeweils 120,5 Stunden im Fahrdienst.

Die Wahl des geschäftsführenden Vorstands ergab einstimmige Ergebnisse: Vorsitzender bleibt Dr. Norbert Lütke Entrup, auch Helmut Hugot (Geschäftsführer und Fahrdienstleiter) sowie Franz-Josef Schmidt (Schatzmeister) wurden bestätigt. Josef Wiedau und Monika Wagner prüfen in diesem Jahr die Kasse. Abschließend gab der Vorsitzende den Mitgliedern noch etwas mit auf den Heimweg: Sie sollten sich schon mal Gedanken über einen „Generationswechsel“ im Vorstand machen. Der könne in zwei Jahren anstehen.

Westfälische Nachrichten, 21. März 2017