LÜDINGHAUSEN. “Der mittägliche Schichtwechsel war fast die einzige Gelegenheit, mal mit einem Kollegen zu sprechen.” So empfand ein Bürgerbusfahrer eine der Auswirkungen, welche die rund zweijährige Corona-Zwangspause mit sich gebracht hatte: Die Pandemie bremste während der beiden Lockdown-Perioden nicht nur den Bürgerbus selbst aus, auch das kameradschaftlich-gesellschaftliche Miteinander des ehrenamtlichen Fahrdienstes kam fast zum Erliegen. Vor allem der normalerweise zwei Mal jährlich stattfindende “Fahrer-Stammtisch” wurde sehr vermisst.

Umso mehr freuten sich die 25 Mitglieder des Fahrdienstes sowie Vorstandsmitglieder am vergangenen Donnerstag in der Gaststätte “Zur Mühle” (Benning) auf Gespräche, den Austausch von Erfahrungen und auf neue Informationen. Für einige neue Fahrer war das das erste Stammtischtreffen, obwohl sie bereits seit mehreren Monaten den Bürgerbus durch die Steverstadt lenken. Zu Beginn des Abends jedoch hatte die Gemeinschaft mit einer Schweigeminute des Todes ihres Vorsitzenden und Gründungsinitiators Prof. Dr. Lütke Entrups gedacht.

Als neue Kollegen stellten sich Uwe Rath und Josef Oberhaus der Stammtischrunde vor. Rath stammt aus Oberhausen und lebt seit 2013 in Seppenrade. Der 67-Jährige kaufmännische Angestellte war im Eisenbahn- und Schifffahrtsverkehr tätig, als Rentner sorgt er nun für eine bessere Mobilität vor allem älterer Mitbürger. “Während einer Fahrt mit dem Bürgerbus kam mir die Idee, das könnte ich doch auch machen”, erinnert sich der Seppenrader. Und bis heute habe er diese Entscheidung nicht bereut, so Uwe Rath. Es gebe oft interessante Gespräche mit den Fahrgästen, “Bürgerbus fahren macht einfach Spaß”, versichert er. Doch nicht nur als Bürgerbusfahrer ist Rath ehrenamtlich aktiv. Auch in der Hospiz-Bewegung Lüdinghausen/Seppenrade bringt Uwe Rath sich ein.

“Ich erhoffe mir durch das Bürgerbusfahren Abwechslung im Alltag”, freut sich auch Josef Oberhaus auf seine weiteren Einsätze. Der 65-Jährige Lüdinghauser steht an der Schwelle zum Rentnerleben und bezieht seine Motivation nicht zuletzt aus Gesprächen mit Fahrgästen, die “sehr dankbar das Bürgerbusangebot annehmen”. Positiv sieht Oberhaus, der auch in der Lüdinghauser Funkamateurszene eine feste Größe darstellt, den Zusammenhalt im Fahrerteam. Frauen und Männern, die eine ehrenamtliche Aufgabe suchen, empfehlen Uwe Rath und Josef Oberhaus, sich unverbindlich zu informieren und Kontakt mit dem Bürgerbusverein aufzunehmen.

Der Website www.buergerbus-luedinghausen.de seien alle Informationen und Kontakte zu entnehmen. Zwei oder drei Mal komme man pro Monat zu Einsatz, für jeweils rund sechseinhalb Stunden vor- oder nachmittags. Die Einsatzhäufigkeit, die Einsatztage und die Einsatzzeiten könnten die Fahrerinnen und Fahrer selbst bestimmen, versichert der Bürgerbusverein.

Großen Raum nahmen beim ersten Fahrerstammtisch nach zweijähriger Pause aktuelle Informationen und die sich daraus ergebenden Diskussionen ein: Vor allem die Baustellensituation in der Innenstadt zwinge den Bürgerbus zu Umfahrungen und temporäre Schließungen von Haltestellen. Vor allem durch die Hochbaumaßnahme in der Mühlenstraße kann die Haltestelle “Söltzer Optik” seit Beginn des Sommers nicht mehr bedient werden, und die Haltestelle “Mariencampus” musste in die Neustraße verlegt werden. Nach Auskunft der Stadtverwaltung wird diese Einschränkung noch mindestens bis zum März des kommenden Jahres andauern. Und seit seit dem gestrigen Montag wird die Steverstraße zwischen der Straße Hinterm Hagen und dem Rathaus zu einer Fahrradstraße umgebaut und kann bis Ende Oktober nicht mehr befahren werden. Die Haltestellen “Gesundheitsamt” und “Rathaus” können nicht mehr bedient werden, die Fahrgäste sollten auf die Haltestellen “Freiheit Wolfsberg” beziehungsweise “Markt” ausweichen.

Freuen können sich die Mitglieder des Fahrdienstes sowie deren Partner*innen auf die Jahresabschlussfeier am 5. Dezember 2021. Stellvertretender Vorsitzender Helmut Hugo kündigte den Besuch des Varietetheaters GOP in Münster an. Der Tag wird mit einem Abendessen im Restaurant „Steverstrand“ in Ermen abgeschlossen.

Westfälische Nachrichten, 7. September 2021

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